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Orthopädie/UnfallchirurgieeinfachKlinischer Text
Städtisches Klinikum Musterstadt Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie Chefarzt: Dr. med. A. V. Muster Entlassungsbericht Patient: Hans-Joachim Müller Geburtsdatum: 12.05.1949 Anschrift: Eichenweg 14, 80331 München Station: 4B Aufnahmedatum: 07.10.2023 Entlassungsdatum: 18.10.2023 Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege, wir berichten über den o.g. Patienten, der sich vom 07.10.2023 bis zum 18.10.2023 in unserer stationären Behandlung befand. DIAGNOSEN: 1. Pertrochantere Femurfraktur rechts (AO 31-A2.2) 2. Passageres postoperatives Delir (hyperaktive Form, ICD-10: F05.0), am 11.10.2023 sistiert 3. Sekundäre Anämie bei perioperativem Blutverlust (Hb-Abfall auf 8,2 g/dl am 09.10.2023) 4. Verdacht auf Basalzellkarzinom am lateralen rechten Unterschenkel (Inzisionsbiopsie am 10.10.2023 erfolgt, Befund ausstehend) 5. Bekannte Komorbiditäten: - Arterielle Hypertonie - Vorhofflimmern (CHA2DS2-VASc: 4 Punkte) - Chronische Niereninsuffizienz Stadium 3a nach KDIGO (Baseline-Kreatinin 1,4 mg/dl, GFR ca. 50 ml/min) - Diabetes mellitus Typ 2 (diätetisch eingestellt, HbA1c 6,8 %) ANAMNESE: Die stationäre Aufnahme erfolgte als Notfall nach einem häuslichen Sturzereignis. Der Patient gab an, beim Gang zur Toilette über eine Teppichkante gestolpert zu sein. Er sei unmittelbar auf die rechte Hüfte gestürzt und habe seither starke Schmerzen sowie eine Unfähigkeit zur Belastung des rechten Beines verspürt. Eine Bewusstlosigkeit oder vorausgegangene Schwindelsymptomatik wurde verneint. AUFNAHMEBEFUND: 74-jähriger Patient in reduziertem Allgemeinzustand. Adipositas (BMI 31 kg/m²). Rechtes Bein in Außenrotation und Verkürzung. Druckschmerz über dem Trochanter major rechts, schmerzhafte Bewegungseinschränkung der rechten Hüfte in allen Ebenen. DMS (Durchblutung, Motorik, Sensibilität) distal intakt. Herz: Absolute Arrhythmie bei Normofrequenz, keine Vitien. Lunge: Vesikuläres Atemgeräusch, basal leichte Stauungsrasselgeräusche beidseits. DIAGNOSTIK: Röntgen Beckenübersicht und Hüfte rechts axial/ap: Nachweis einer mehrfragmentären pertrochanteren Femurfraktur rechts mit Dislokation des Trochanter minor. Labor bei Aufnahme: Hb 13,4 g/dl, Kreatinin 1,52 mg/dl, GFR 46 ml/min, CRP 5,4 mg/l, Quick 62%, INR 1,4 (unter laufender Medikation mit Apixaban). EKG: Vorhofflimmern, Herzfrequenz 84/min, Linkstyp. THERAPIE UND VERLAUF: Nach entsprechender Vorbereitung und Pausieren der oralen Antikoagulation erfolgte am 08.10.2023 die operative Versorgung mittels intramedullärer Kraftträgerosteosynthese (Gammanagel 105mm/180mm). Intraoperativ zeigte sich eine gute Reposition. Postoperativ wurde der Patient zunächst auf unserer Überwachungsstation betreut. In der ersten postoperativen Nacht entwickelte Herr Müller ein hyperaktives Delir mit Agitiertheit und Desorientierung zu Ort und Zeit. Wir leiteten eine medikamentöse Therapie mit Melperon (25 mg zur Nacht, bei Bedarf bis zu 3x täglich) sowie eine intensivierte pflegerische Betreuung (Delir-Management) ein. Hierunter stabilisierte sich der psychische Zustand bis zum 11.10.2023 vollständig, sodass die Medikation schrittweise ausgeschlichen werden konnte. Im postoperativen Labor zeigte sich ein Abfall des Hämoglobinwertes auf 8,2 g/dl am 09.10.2023. Bei stabilem Kreislauf verzichteten wir auf die Transfusion von Erythrozytenkonzentraten und applizierten einmalig 1000 mg Eisen-III-Carboxymaltose (Ferinject) i.v. Der Hb-Wert stieg hierunter bis zur Entlassung auf 10,4 g/dl an. Bezüglich der Medikation erfolgte eine Anpassung der Antikoagulation. Aufgrund der aktuell reduzierten Nierenfunktion (Kreatinin 1,68 mg/dl am 12.10.2023, GFR 41 ml/min) haben wir die Dauermedikation von Apixaban von initial 5 mg 1-0-1 auf 2,5 mg 1-0-1 angepasst. Zudem wurde die antihypertensive Therapie modifiziert: Da unter Ramipril 5 mg 1-0-0 hypotone Blutdruckwerte (95/60 mmHg) auftraten, wurde die Dosis halbiert (2,5 mg 1-0-0). Zusätzlich fiel bei der körperlichen Untersuchung eine ca. 1,5 cm große, perlmuttartig glänzende Läsion mit Teleangiektasien am lateralen rechten Unterschenkel auf. Nach Rücksprache mit dem Patienten führten wir am 10.10.2023 eine Inzisionsbiopsie in Lokalanästhesie durch. Das Ergebnis der Histopathologie liegt aktuell noch nicht vor. Die Mobilisation erfolgte unter physiotherapeutischer Anleitung. Herr Müller kann das rechte Bein schmerzadaptiert belasten und legte am Entlassungstag sicher 20 Meter im Gehwagen zurück. EMPFEHLUNGEN / PROCEDERE: 1. Belastung: Schmerzadaptierte Vollbelastung des rechten Beines im Gehwagen. Gehtraining fortsetzen. 2. Medikation: - Apixaban (Eliquis) 2,5 mg 1-0-1 (Dosisanpassung beachten!) - Ramipril 2,5 mg 1-0-0 - Metoprololsuccinat 47,5 mg 1-0-0 - Novaminsulfon 500 mg bis zu 4x täglich bei Bedarf - Pantoprazol 40 mg 1-0-0 3. Thromboseprophylaxe: Zusätzlich Clexane 40 mg 0-0-1 s.c. bis zum 28. postoperativen Tag (04.11.2023). 4. Wundpflege: Die Fäden der Hüft-OP sowie der Biopsiestelle können am 22.10.2023 (14. postoperativer Tag) hausärztlich entfernt werden. 5. Kontrollen: - Klinische und röntgenologische Kontrolle der rechten Hüfte in 6 Wochen in unserer Sprechstunde (Termin am 29.11.2023 um 09:00 Uhr). - Zeitnahe Besprechung des Biopsieergebnisses (Unterschenkel) mit dem Patienten nach Erhalt des Befundberichtes (wird Ihnen separat zugesandt). - Laborkontrolle (Kreatinin, Kalium, CRP) in 3-5 Tagen hausärztlich. Hinweis: Das CRP war am Entlassungstag mit 24 mg/l noch leicht erhöht (Vortag 38 mg/l). Bei klinisch reizlosen Wundverhältnissen und fehlendem Fieber gehen wir von einer postoperativen Entzündungsreaktion aus, bitten jedoch um Verlaufskontrolle. Wir danken für die freundliche Zusammenarbeit. Mit freundlichen kollegialen Grüßen Dr. med. X. Beispiel Oberarzt Unfallchirurgie
Ground Truth
Hauptdiagnose
Dislozierte pertrochantere Femurfraktur rechts (AO 31-A2.2) nach häuslichem Sturz.
Therapie
Osteosynthetische Versorgung mittels Gammanagel am 08.10.2023; intravenöse Eisengabe (1000mg Ferinject) bei postoperativer Anämie (Hb 8,2 g/dl) sowie vorübergehende Gabe von Melperon (25mg) aufgrund eines passageren Delirs.
Procedere
Schmerzadaptierte Belastung im Gehwagen, Fortführung der Antikoagulation mit Apixaban in reduzierter Dosis (2,5mg 1-0-1) bei Niereninsuffizienz sowie Fortführung der Thromboseprophylaxe mit Clexane 40mg s.c. bis zum 04.11.2023; klinisch-radiologische Kontrolle am 29.11.2023.
Offene Fragen
Das Ergebnis der Inzisionsbiopsie vom 10.10.2023 am rechten Unterschenkel (Verdacht auf Basaliom) steht noch aus; zudem ist eine zeitnahe Laborkontrolle des noch leicht erhöhten CRP-Wertes (24 mg/l) erforderlich.