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GastroenterologieKlinischer Text
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, wir berichten über Herrn Hans-Dieter Müller, der sich vom 12.05. bis 20.05.2024 aufgrund eines akuten Schubs einer vorbekannten Colitis ulcerosa (Linksseitenkolitis) in unserer stationären Behandlung befand. Der Patient klagte bei Aufnahme über bis zu zehn blutig-schleimige Diarrhöen pro Tag sowie krampfartige Unterbauchschmerzen. Diagnostisch zeigte die Koloskopie eine moderate Entzündungsaktivität entsprechend einem Mayo-Score von 2. Laborchemisch imponierten ein CRP von 45 mg/l sowie eine hypochrome, mikrozytäre Anämie bei Eisenmangel (Hb 9,8 g/dl). Wir initiierten eine systemische Steroidtherapie mit initial 60 mg Prednisolon i.v., welche im Verlauf bei klinischem Ansprechen auf eine orale Gabe umgestellt werden konnte. Zur Remissionsinduktion wurde die Mesalazin-Dosis auf 3 g/d gesteigert. Eine einmalige Substitution von Eisen mittels Ferinject 1000 mg i.v. führte zu einer Stabilisierung des Hämoglobinwertes. Die vorbekannte arterielle Hypertonie und der Diabetes mellitus Typ 2 zeigten sich unter der bestehenden Medikation stabil eingestellt. Wir entlassen den Patienten in deutlich gebessertem Allgemeinzustand und Beschwerdefreiheit hinsichtlich der abdominellen Symptomatik. Aktuelle Medikation bei Entlassung: - Mesalazin (Salofalk) 1,5 g Granulat: 1-0-1 p.o. - Prednisolon 40 mg Tabletten: 1-0-0 p.o. (Reduktion wöchentlich um 5 mg) - Ramipril 5 mg Tabletten: 1-0-0 p.o. - Metformin 1000 mg Tabletten: 1-0-1 p.o. - Pantoprazol 40 mg Tabletten: 1-0-0 p.o. - Enoxaparin (Clexane) 40 mg Fertigspritze: 0-0-0-1 s.c. (für weitere 3 Tage) Wir bitten um engmaschige Laborkontrollen sowie eine ambulante Wiedervorstellung zur Calprotectin-Bestimmung in vier Wochen.